Unternehmensgründer und Emis-Geschäftsführer Eberhard Perschk ist dafür permanent auf Achse. Mit System, Gespür und Konsequenz beobachtet er den Markt. So klinkt er die Lübbenauer immer dort ein, wo er optimales Wachstumspotenzial erkennt. «Jammern über den Auftragsrückgang am Bau oder ausbleibende Investitionen der Industrie bringt doch nichts», sagt er, «man muss sich kümmern – und zwar rechtzeitig». So habe die Emis inzwischen neben Brandenburg und Sachsen, wo sie als Dienstleister rund um die Vattenfall-Kraftwerke tätig ist, im Hamburger Raum und bei Karlsruhe Fuß gefasst.
Flexibel und hartnäckig zum Ziel
Zwar laufe «nicht immer alles so, wie wir es wollen» , aber mit der Emis-typischen Flexibilität und Hartnäckigkeit kommt die Mannschaft am Ende doch zum Ziel. «Die geplante Umsatzverdoppelung gegenüber 2000 ist gelungen» , berichtet Perschk. Zahlen nennt er nicht. Wichtiger Umsatzträger sei der Elektroanlagenbau, der vor drei Jahren «noch in den Kinderschuhen» steckte. «Unsere Mannschaft ist unheimlich flexibel» , lobt Perschk. Die 120 Mitarbeiter in dem Bereich seien überwiegend in den alten Bundesländern im Einsatz, bei Wartungs- und Umbauarbeiten von Elektro- und Automatisierungstechnik in Chemieunternehmen.
Warum nicht vor der eigenen Haustür? «Ganz einfach» , sagt Perschk, «die Anlagen hier sind auf dem neuesten Stand. Der Bedarf für unsere Dienstleistung ist im Westen größer» . Auch im Ausland, in Mexiko, Schweden und der Schweiz, hat sich die Emis Elektro-MSR-Anlagenbau GmbH einen guten Namen gemacht, als Partner von Investoren.
Grundlagen für diese Entwicklung seien eine ausgesuchte Qualifizierung der Mitarbeiter über übliche handwerkliche Kenntnisse hinaus und die eigene ingenieurtechnische Abteilung. «Wenn Sie für Unternehmen wie Siemens, Alstom oder ABB bauen, wird erwartet, dass Sie das Engineering beherrschen, also wissen, wie man Arbeitsprozesse in der industriellen Fertigung rationalisieren und optimieren kann, aber auch dass Sie die Projektabwicklung beherrschen bis hin zur Dokumentation.» Das könne sich ein einfacher Handwerksbetrieb nicht leisten, weiß Perschk, da brauche es schon eine gewisse Größe. «Und die muss man auch auslasten.»
Die Spreewälder gehen mit Energie daran. Als sie beispielsweise im Jahr 2001 das Stromnetz von der LMBV kauften, war klar, dass die Bergbausanierung 2006/2007 abgeschlossen sein wird. Um die derzeit 70 Arbeitsplätze bei der Emis Energy GmbH darüber hinaus zu sichern, soll sie sich «als Dienstleister für übergelagerte Netze regionaler Energieversorger wie enviaM oder Teag» profilieren.
Das ist es, was Perschk meint, wenn er sagt, «wir müssen rechtzeitig neue Märkte erschließen» . Etwa ein Drittel des Umsatzes kommt aus Aufträgen von Großunternehmen, der überwiegende Teil aus selbst akquirierten Projektgeschäften. So sind die Emis-Spezialisten unter anderem im Einsatz beim Bau der Klärschlamm-Mitverbrennungsanlage am Kraftwerk Lippendorf, installieren Mess-, Steuer- und Regeltechnik im Laminatwerk Baruth oder die komplette Elektrotechnik für eine Kupferwalzanlage in Hettstedt.
Vier Betriebe unter Holding-Dach
Großunternehmern, die ihre eigenen Fachkräfte abgebaut haben, kaufen sich seit Jahren verstärkt Kompetenz vor Ort ein. «Das war die Chance, uns vom kleinen Handwerksbetrieb zu einem mittelständischen Unternehmen der Elektroindustrie zu entwickeln» , erzählt Perschk. Die Emis ist inzwischen umstrukturiert. Ähnlich wie bei einem Konzern arbeiten mehrere Betriebe unter dem Dach einer Holding, die für alle zur Gruppe gehörenden Betriebe die Verwaltung und das Controlling übernimmt. Trotz der industrienahen Struktur sind die Spreewälder beim Handwerk geblieben.
Der Region können die Bodenständigkeit und Dynamik des Spreewälder Handwerks-Konzern nur gut tun. Vier bis sechs Azubis bekamen in den letzten Jahren regelmäßig nach Abschluss der Lehre einen Arbeitsvertrag bei der Emis. «Wir brauchen junge Leute, unser Altersdurchschnitt liegt bei Ende 40.» Die Jungen brächten frisches Wissen mit. Sie seien «hervorragend ausgebildet und hoch motiviert».
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Hintergrund Dienstleister für die Industrie
Die Emis-Gruppe hat ihren Ursprung im 1990 ausgegliederten Kraftwerksinstandsetzungsbereich Lübbenau. Heute umfasst sie vier Unternehmen, die eng zusammenarbeiten und im Stammhaus Lübbenau gemeinsam verwaltet werden. Das sind die Emis Service als Emis-Elektro-MSR-Installation-Service GmbH, die Emis Systems als Emis-Elektro-MSR-Anlagenbau GmbH, die Emis Energy als Emis Energy GmbH und das Emis Office als Emis Technik Center. 2003 gründete die Emis Holding gemeinsam mit Vattenfall Europe ein Tochterunternehmen für das technische Gebäudemanagement, die Tegema GmbH, Lübbenau. Die Spreewälder unterhalten Niederlassungen in Jänschwalde und Boxberg sowie Betriebsstätten in Sachsen, Brandenburg, Rheinland-Pfalz und der Hansestadt Hamburg.